Zu unserem Stammtisch im Cardamon im Mai brachte ich Einladungen zur Teilnahme am Fissler Koch-Profi-Wettbewerb mit. Diesen Wettbewerb hat die Firma Fissler ins Leben gerufen um die Töpfe der "original-profi collection" engagierten Hobby-Köchen vorzustellen.
Für die Teilnahme am Wettbewerb konnte sich jeder bewerben, der die Fragen richtig beantworten konnte. Dank der Unterstützung von George und dem Internet war diese Aufgabe auch für mich nicht unüberwindbar. Etwas erstaunt war ich, dass sich am Stammtisch kein weiterer Nürnberger Co-Cooker zu einer Teilnahme an dem Wettbewerb entschließen wollte - aber sowas muss schließlich jeder selbst für sich entscheiden.
Einige Wochen nach der Bewerbung erhielt sowohl George als auch ich die Bestätigung zur Teilnahme an der Zwischenausscheidung. An diesem Termin sollte eine Gruppe von ca. 10 Hobbyköchen gegeneinander antreten und jeder ein Drei-Gänge-Menü aus einem vorgegebenen Warenkorb zubereiten.
Mit diesen Tatsachen konfrontiert wurde es mir etwas mulmig:
Koch"Profi" - auch unter den Amateuren - das bin ich ja eigentlich eher nicht. Und ein Menü kochen... Schließlich habe ich Co-Cooking erfunden um beim Kochen mehr Zeit zum unterhalten und Wein trinken zu haben und um nicht alles alleine machen zu müssen. Ein Drei-Gänge-Menü - ehrlich gesagt habe ich das, glaube ich, noch NIE alleine gekocht. Andererseits - andere Kochen auch nur mit Wasser und dabei sein ist schließlich Alles.
Also richtete ich mich psychisch darauf ein, mich ein wenig zu blamieren zwischen lauter professionellen Hobbyköchen, die perfekte Menüs zaubern.
Da ich zwar nicht richtig kochen - aber ganz gut improvisieren kann, dachte ich mir: so ein Warenkorb, der könnte meinem Improvisationstalent entgegen kommen und vielleicht verbergen, dass es bei mir einfach an der souveränen Beherrschung der grundlegenden Standardtechniken fehlt.
So war ich nicht wirklich erleichtert, als ich am Montag der Woche des Wettbewerbes eine Liste des Warenkorbes erhielt. Zwar war so eine gezielte Vorbereitung und Übung möglich - aber schließlich werden ja alle diese Information erhalten und der Wettbewerb dadurch eher auf einem höheren Niveau statt finden. Doch ich sagte mir: "Streng Dich an und mach es so gut wie du es hinkriegst - und genieße den Event!"
Nach einer Woche, in der ich mehrmals mit den Zutaten des Warenkorbs experimentierte und mir überlegte was ich daraus kochen könnte fand am Freitag den 11.7. schließlich der Wettbewerb in Unna statt.
Mein Plan sah ein ziemlich einfach zuzubereitendes Menü vor. Nichts was irgendwelche unvorhergesehenen Schwierigkeiten bereiten sollte.
Der Veranstaltungsort war das Meisterhaus von Frank Buchholz, der den meisten von Euch aus dem "Kochduell" (VOX) bekannt sein dürfte. In dem Familienbetrieb der Familie Buchholz hat Frank in der oberen Etage eine Eventküche eingerichtet. In dieser professionellen Küche veranstaltet er Kochevents und Kochlehrgänge.
Neben Frank Buchholz waren in der Jury auch Fernsehkoch >Armin Rossmeier und weitere Kochkundige aus dem Hause Fissler dabei.
So gegen 15 Uhr traf ich mit den anderen Teilnehmern in Unna ein. In fremden Küchen zu kochen bin ich als Co-Cooker ja gewohnt, aber zwischen all den professionellen Geräten und Zutaten eine Orientierung zu gewinnen würde etwas länger dauern als die wenigen Stunden, die wir dort verbringen würden.
Gegen 16 Uhr begannen wir mit der Zubereitung unserer Menüs. Die Atmosphäre der Teilnehmer war angespannt. Meine Versuche mit schlechten Witzen die Stimmung etwas aufzuheitern scheiterten kläglich an der konzentrierten Arbeitsatmosphäre. Au weia, wenn das schon bei den Amateuren so ernst zugeht, dann bin ich wirklich froh kein Profi sein zu müssen, dachte ich mir - und konzentrierte mich auf die Zubereitung meines Menüs. Wahrscheinlich war ich genauso angespannt und verbissen am Werk wie alle anderen. Um in der Aufregung den Faden nicht zu verlieren hatte ich mich mit detailierten Notizen ausgestattet, so dass eigentlich nichts mehr schief gehen konnte, aber nun ja, es ist natürlich einiges schief gegangen. Doch zu den Details des Warenkorbs und des Kochens, der Bewertung etc. möchte ich heute an dieser Stelle nicht zu viel schreiben, denn in den folgenden beiden Juliwochen werden weitere Teilnehmer an der zweiten und dritten Vorausscheidungsrunde teil nehmen. Und für die sollten gleiche Bedingungen herrschen wie für uns - finde ich.
Nur so viel zum Ergebnis:
Gewinner unserer Runde war - sicherlich zu Recht und verdient - Matthias Buhles aus Salzgitter. Als ich ihm beim Kochen zugesehen habe (das konnte ich in Ruhe tun, denn er war derjenige von uns, der am längsten werkelte) dachte ich bei ihm handelt es sich um einen Profi, der außer Konkurrenz etwas kocht, damit die Jury doch noch etwas Gelungenes zum Essen bekam.
Den zweiten Platz belegte eine charmante Münchnerin mit eindeutig italienischen Wurzeln, deren gelungenes Menü ich leider nicht bewundern konnte, von dem ich aber aus berufenen Munde erfuhr, dass es einfach, klassisch und perfekt war. Die beiden Bestplatzierten werden in die Sendung "Fernsehgarten" am 18.08.03 zusammen mit Armin Rossmeier und Frank Buchholz eingeladen. Die Erstplatzierten der drei Vorrunden werden dort live gegeneinander antreten, die Zweitplatzierten werden als "Reserve" anwesend sein.
Nach Beendigung der Vorrunden werde ich gerne die Rezepte meines Menüs und die Rezepte des Gewinners - der mir auf meine Nachfrage anbot mir diese zur Veröffentlichung auf der Webseite zuzumailen - veröffentlichen.

So gegen 20:00 Uhr, als alle Gerichte fertig, die Bewertungen abgegeben, die Pressefotos aufgenommen und die Fragen gestellt waren, löste sich die Anspannung und es begann ein richtig netter Abend zu werden. Alle ausscheidenden Teilnehmer erhielten ein Fissler Topf-Set der "original-profi collection", das 4 Töpfe und eine Pfanne umfasst. Ich freue mich sehr darauf zukünftig mit diesen Töpfen zu köchen. Nach Meinung von Leuten die wesentlich kompetenter sind als ich, handelt es sich bei der Fissler "original-profi collection" um die besten derzeit erhältlichen Edelstahltöpfe.
Aufgrund der langen Anreise entschloss ich mich bereits vorab abends nicht mehr nach Hause zu fahren, sondern das Angebot einer Übernachtungsmöglichkeit anzunehmen, so dass ich nach einer kurzen Erfrischungspause im Hotel zum Abendessen in das "Meisterhaus" zurück kehrte. Das sehr gemütliche Lokal, in dem bereits seit dem 18. Jahrhundert für Gäste gekocht wird, hat ein hochwertiges, vielseitiges aber auch bezahlbar gebliebenes Angebot. Niemand wird hier krumm angesehen, wenn er nur eine Pizza und ein Bier bestellt. Aber natürlich ist mit diesem Angebot die Küche nicht gefordert und man tischt hier auch wesentlich raffiniertere und vorzügliche Speisen auf. Ich entschied mich für das Drei-Gänge-Menü, das nach Umfang und Vielfalt auch locker ein Fünf-Gänge-Menü hätte sein können. Üppige Portionen lassen einem nicht nur genießen sondern auch satt werden.
Am späteren Abend gesellte sich der Gastgeber Frank Buchholz zu unserer Runde und wir unterhielten uns locker über Gott und die Welt, die besten Gläser, Messer, Zutaten, Gourmettempel, etc. und wir erhielten teilweise noch Anregungen zu unseren Koch"künsten".
Mir gefiel die direkte Art von Frank Buchholz, der schon mal Kommentare wie "sieht ziemlich Scheisse aus.." zu einer missglückten (geronnenen) Forellenfarce (nicht meine!) von sich gab, oder der zu meinen (leider viel zu hart gewordenen) "Grießkniedla" anmerkte: "Die sind uns ja vom Teller gesprungen". Ein netter, professioneller Mensch, der ziemlich gerade raus seine Meinung sagt.
So wurde es 1:30 Uhr, als Frank uns in seinem Lokal verabschiedete und wir in unser Hotel zurück kehrten.
Insgesamt war die Teilnahme an dem Wettbewerb für mich ein wunderbares Erlebnis. Etwas Aufregung und Streß gehörten dazu. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an die Firma Fissler für die Ausrichtung und die Einladung zu diesem Wettbewerb und ein Dankeschön an den Gastgeber Frank Buchholz und die vielen helfenden Hände, die das Chaos von uns Amateurköchen beseitigen mussten. Die Firma Fissler hätte keinen besseren Austragungsort finden können!
Mehr Infos zum
Fissler Kochwettbewerb findet ihr auf der privaten Website von Jörg Veletti.