AnmeldenHauptmenüaktuelle NutzerKoch-LinksNächste FeiertageAphorismenDer Hirsch gilt als Rinderbraten der Reichen. -- Klaus Trebe, deutscher Küchen-Guru |
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Winterküche im Oktober Mitte Oktober versammelten sich fünf gut gelaunte Co-Cooker, um winterliche Gaumenfreuden zu zaubern. Das Motto „Winterküche“ kam von der Redakteurin Hannegret Hoenes, die im Rahmen eines Ökotest-Hefts über Co-Cooking berichten möchte. Als Fotografin engagierte sie Claudia Dankert, die schon beim Kochen mit Radio Z dabei war und damals für die Nürnberger Abendzeitung schrieb. Mechthild, Marc, Martin, Ralph und Elke gaben ihr Bestes, um die Welt von Co-Cooking zu überzeugen. Die Rezepte und Weine des Abends findet Ihr im Anschluss an den Artikel.
Mechthild machte sich gleich an die Arbeit, schließlich hatte sie die Patenschaft für das Hauptgericht übernommen: Wildhasenkeulen in Rotweinsauce mit Rotkohl. Das Fleisch lag bereits einen Tag lang in der Marinade und wurde sofort im Bräter nacheinander scharf angebraten. Nebelschwaden durchzogen die Küche, aber was tut man nicht alles, um später eine herrliche Sauce zum Fleisch zu genießen? Anschließend jagte sie einen Kopf Blaukraut durch die Küchenmaschine, das sich dann langsam im Topf zu Rotkohl verwandelte. Während das Fleisch in der Röhre bei niedriger Temperatur vor sich hin schmorte, stimmten wir uns bei einem kleinen Apperitiv auf einen angenehmen Abend ein. Martin hatte frischen, fränkischen Federweißen der Winzergenossenschaft Nordheim mitgebracht, zu dem Marc ausgebackene Zwiebelscheiben mit Jogurtsauce als Fingerfood beisteuerte.
Anschließend machte sich Martin ans Werk und bereitete eine auf den ersten Blick ziemlich ungewöhnliche aber durchaus stimmige Vorspeise zu: angeröstete thüringer Rotwurstscheiben (aufgrund der Einwände einzelner Teilnehmer verzichtete Martin auf die härtere Variante: Blutwurst) unter einer Haube aus Cremesauerkraut an Senfsauce. Dazu gab es einen süßen Cremant zu trinken. Und es hat geschmeckt! Nach dieser modernen Form der Schlachtplatte steuerte Ralph seinen Beitrag bei: Schwarzwurzelsuppe. Hierbei am Rande ein Dankeschön an den Gostenhofer Gemüsehändler, der nur für uns im Oktober eine Kiste dieses Wintergemüses kaufte. Nach eindringlichen Warnungen von Mechthild und Marc zog Ralph sich ein paar Erste-Hilfe-Handschuhe über und fing an, die Schwarzwurzeln zu schälen. Milchiger, kautschukartiger Saft floss über seine Finger. Er kämpfte tapfer weiter, bis alle Schwarzwurzeln geputzt und in kleine Stücke geschnitten waren. Die Handschuhe landeten im Abfall, die Schwarzwurzeln zusammen mit Zwiebelwürfeln in Gemüsebrühe, wo sie vor sich hin köchelten. Mit Sahne verfeinert, püriert und mit Zitrone, Muskatnuss und Cayennepfeffer abgeschmeckt servierte Ralph uns ein feines Süppchen aus einem heute fast vergessenen Wurzelgemüse. Anschließend hatte die Stunde des Hasen geschlagen. Als Beilage gab es Nudeln, als Ergänzung zum Wild karamelisierte Ralph einige Birnenscheiben, auf denen ein Klecks Preiselbeer-Marmelade angerichtet wurde. Mechthild bereitete aus dem Bratenfond eine wunderbare Sauce, die sie mit Johannisbeeren stimmig abschmeckte. Als Begleitung zum Hauptgang hatte Martin einen seiner Lieblingsweine ausgesucht, The Dead Arm, ein australischer Shiraz. Uns floss das Wasser im Munde zusammen, als jeder vor seinem schön angerichteten Teller mit Hasenkeule, Rotkohl, sorgsam drapierten Nudeln und Preiselbeer-Birne saß. Und es floss lange, denn an diesem Punkt im Menü kannte Claudia Dankert keine Gnade. Sie schoss unzählige Fotos, wie wir den Hasen „anschnitten“. Richtig schneiden geschweige denn essen durften wir aber nicht, um die Optik nicht zu zerstören. Als sie endlich Ruhe gab war der Hase nur noch lauwarm, hat aber trotzdem vorzüglich geschmeckt. Jetzt fehlte nur noch das Dessert. Elke bereitete Lebkuchenknödel auf Orangensauce. Allerdings hatte sie nicht mit den Tücken der Technik gerechnet. Fünf weiße Lebkuchen sollten zu Bröseln zerkleinert werden. Der „gute“ AEG-Mixer gab hierbei allerdings auf. Techniker Ralph schaute sich das Ding genauer an: die Übertragung zwischen Motor und Schneidblatt war nur geklebt, nennen wir es einfach eine Sollbruchstelle. Im Hausgebrauch wird so ein Mixer nicht täglich verwendet, nach zwei Jahren ist die Garantie abgelaufen und der Klebstoff spröde. Aus Erfahrung Gelernt... Die Lebkuchenknödel waren allerdings nicht in Gefahr. Wenn die Technik versagt, gehen wir eben wieder zu guter alter Handarbeit über: Elke holte den Mörser aus dem Schrank und zerkleinerte nach dem primitivsten Mühlenprinzip die angetrockneten Lebkuchen. Mit Magerquark und Eigelb vermischt wurde der Knödelteig anschließend mit Zitronenschale abgeschmeckt. Für die Orangensauce mussten sechs Orangen filetiert werden. Nachdem es in ganz Nürnberg keine unbehandelten Orangen gab, nahm Elke stattdessen Kumquats. Orangensaft, Kumquats, Zucker und ein Schuss Grand Marnier wurden aufgekocht, mit angerührter Stärke gebunden. Orangenfilets dazu und erkalten lassen. Die gekochten Knödel wurden auf einem Saucenspiegel angerichtet und mit geriebener Schokolade bestreut. Passend dazu kredenzte Martin einen fruchtigen Süßwein. Und dann kam wieder Claudia mit ihrem Foto... Damit war dann der offizielle Teil des „Arbeitsessens“ abgeschlossen. Hannegret Hoenes und Claudia Dankert durften sich mit an unseren großen Tisch setzen, und in fröhlicher Runde saßen wir nach einem stärkenden Espresso noch lange beisammen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Hannegret Hoenes, die wegen uns aus Frankfurt angereist kam. Wir sind schon gespannt auf ihren Bericht! Danke auch an Claudia Dankert, auch wenn sie uns so gequält hat. Es sind bestimmt tolle Fotos geworden! Die Rezepte und Weine des Abends:1. Entree
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Re: Pressekochen(Bewertung: 1)von Elke am 20.11.2004, 22:08 Uhr (Benutzerinformation | Nachricht senden |
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Der Bericht erscheint am 22.11.04 in ÖKO-TEST Kompakt 20: Winterküche
Die Themen: Wintergemüse raffiniert zubereitet: Von Chicoree bis Pastinake Natürlich vitaminreich: Welches Obst und Gemüse jetzt besonders wertvoll ist Vom Eintopf bis zum Festmenü: Tolle Rezeptideen für jeden Tag Mit Freunden kochen: Kochclubs: Gemeinsam macht's mehr Spaß (das sind wir!!!) Außerdem: Saisonkalender und vielen Rezepten Warenkunden Kohl, Kartoffeln, Pasta, Hülsenfrüchte, Wintersalate |
Re: Pressekochen(Bewertung: 1)von Elke am 01.12.2004, 19:48 Uhr (Benutzerinformation | Nachricht senden |
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Hier findet Ihr die Beschreibung des Heftes "Winterküche" von Oekotest:
http://www.oekotest.de/cgi/at/hinfo.cgi?heftnr=K0411 |